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Weiterbildung zum zertifizierten Mediator/zur zertifizierten Mediatorin (nach ZMediatAusbV)

Kurs 2018 freie Plätze (Beginn: 06. Juli 2018)

Seit 2012 sind das Mediationsverfahren und seine Grundsätze gesetzlich im Mediationsgesetz (MediationsG) geregelt. Ab September 2017 gilt die Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren (ZMediatAusbV).

Kursleitung: Dieter Salomon, Sonja Saad, Robert Haas

Mediation

Mediation ist ein anerkanntes und strukturiertes Verfahren zur außergerichtlichen Konfliktlösung, das in den sechziger und siebziger Jahren in den USA entwickelt wurde und dort wie hier mit Erfolg in vielen Lebensbereichen angewendet wird. Wörtlich übersetzt bedeutet "Mediation" Vermittlung. Gemeint ist die Vermittlung in Streitfällen durch unparteiische Dritte, die von allen Seiten akzeptiert werden. Die vermittelnden MediatorInnen helfen den Streitenden, eine einvernehmliche Lösung ihrer Konflikte zu finden. Aufgabe der Mediatorlnnen ist es nicht, einen Schiedsspruch oder ein Urteil zu sprechen. Vielmehr liegt es an den Konfliktparteien selbst, eine ihren Interessen optimal entsprechende Problemlosung zu erarbeiten. Alle sollen durch die Übereinkunft "gewinnen". Diese konstruktive Konfliktlösung wird durch ein Mediationsverfahren ermöglicht.

Systemische Mediation

Systemische Mediation beobachtet Konfliktsysteme in einem größeren Zusammenhang. Sie unterscheidet zwischen Aktualkonflikt und Konfliktmuster. Der Aktual-Konflikt bezieht sich auf einen bestimmten Konfliktbereich. Der Konflikt war in dieser Form vorher nicht da und wird nach der Lösung in dieser Form nicht wieder auftreten.

Ein Konfliktmuster ist ein in Wellen bzw. Schüben auftretendes Konfliktsystem, das in der Regel emotional dominiert ist und sich aus sich selbst heraus aufrechterhält. Konflikte tauchen in dieser Form immer wieder auf. Konfliktmuster finden ihre ideale Nische in Systemen mit hohem Intimitätsgrad (Familien, Paare, Kollegen, Teams). Die Konfliktkommunikation läuft meistens ähnlich ab, während die Konfliktanlässe beliebig sind.

In Aktualkonflikte kann mit den gängigen Konfliktlösungs-Strategien relativ leicht interveniert werden. Die Intervention in Konfliktmuster erfordert systemisches Know-how, weil sich Lösungen hier nur auf der Meta-Ebene (er-)finden lassen.

Systemische MediatorInnen arbeiten mit der Neugestaltung von Regeln, Rollen, Visionen. Dabei richten sie unter Umständen ungewöhnliche Erlaubnisräume ein: Räume für Fehler, Ineffektivität und Querdenken. Die gewohnten Denk- und Handlungsmuster werden auf diese Weise irritiert und zur kreativen Neugestaltung eingeladen.

Das systemische „Handwerkszeug“ besteht aus einer Vielzahl an Interventionstechniken und Methoden: Systemische Fragen, Skulptur- und Aufstellungsarbeit, Paradoxe Interventionen, Reframing u. a.

Zielgruppe

Die Weiterbildung richtet sich an Personen,

  • die in Institutionen, Organisationen, Betrieben und Verwaltung für das Management von Konflikten zuständig sind
  • die in sozialen, pädagogischen, beratenden, juristischen Berufsfeldern tätig sind
  • die als MultiplikatorInnen in der Kinder- und Jugendarbeit oder in der Erwachsenenbildung arbeiten
  • die beruflich Teamleitungs- und Personalführungsaufgaben erfüllen
  • die sich in der Betriebs- oder Personalratsarbeit bzw. in Mitarbeitervertretungen engagieren
  • die sich im Bereich "Mediation und Konfliktmanagement" qualifizieren und diese Kompetenzen freiberuflich/nebenberuflich nutzen wollen

Ziel der Weiterbildung

Die Teilnehmenden der Weiterbildung sollen lernen, Konflikt-Systeme professionell systemisch zu beraten. Die Professionalität kommt dabei nicht allein im fachlichen Know-how zum Ausdruck sondern auch und besonders in der Fähigkeit der Reflexion des eigenen Handelns und der eigenen Beratungskompetenz.

Die Teilnehmenden sollen bereit sein, den Umgang mit (qualitativ wie quantitativ) komplexen Aufträgen, mit Neutralität und Allparteilichkeit, Wertschätzung und Würdigung, Macht, Kritik, Beziehungs- und Koalitionsangeboten zu trainieren.

Die Teilnehmenden sollen lernen, die Unterschiede zwischen Aktualkonflikten und Konfliktmustern zu erkennen und entsprechende Interventionskriterien folgen zu lassen.

Procedere:

Unsere Weiterbildung „systemische Mediation“ hat den Anspruch, die angehenden Mediatorinnen und Mediatoren optimal auf ihre späteren Tätigkeiten vorzubereiten. Dieser Anspruch soll sich (auch) im Weiterbildungsprocedere bemerkbar machen.

Alle Module beinhalten mindestens einen Theoriebaustein, das „Füllen des Methodenkoffers“, „Übungen zur Praxis“ und „Selbstreflexion“.

Neben der Fachliteratur, die von den Dozenten vorgestellt wird, bringen die Teilnehmenden ihre Literaturkenntnisse ein (Literatur-Screening). Es „wächst“ auf diese Weise ein Literaturwissen, von dem alle Teilnehmenden der Weiterbildung profitieren.

Die systemische Mediation kann auf zahlreiche Techniken und Methoden zurückgreifen. Es geht dabei jedoch nicht allein darum, zur richtigen Zeit zum richtigen Werkzeug zu greifen. Systemische Techniken und Methoden sind keine statischen Mittel, die man gekonnt einsetzt. Jedes Werkzeug ist in jedem Fall „anders“, seine Beschaffenheit wird mit seinem Gebrauch modelliert. Jedes Modul beinhaltet ausgewählte „Werkzeuge“, die den Methodenkoffer der Teilnehmenden sukzessive und handlungsrelevant füllen.

Die systemische Mediation ist ein „Kunsthandwerk“, das nicht über Informationsvermittlung erlernt werden kann, sondern das sich im Trainieren und Üben entfaltet. Das Lernen gestaltet sich über Forschen, Entdecken, Üben, Ausprobieren (Übungen zur Praxis).

Inhalte:

Mediation allgemein

  • Geschichte der Mediation
  • Verhandlungstechniken (Harvard, integrative Verhandlungstechniken, intuitives Verhandeln)
  • Systemische Mediation

Juristische Basisbausteine

  • Das Mediationsgesetz und die Verordnung
  • Verschwiegenheit
  • Das Arbeitsbündnis
  • Die Abschlussvereinbarung
  • Die Rolle des Rechts in der Mediation
  • Grundzüge des Familienrecht, Erbrechts und Arbeitsrechts
  • Das Rechtsdienstleistungsgesetz

Grundlagen der Mediation

  • Die Prinzipien der Mediation
  • Die Phasen der Mediation
  • Abgrenzung der Mediation zu anderen alternativen Verfahren der Konfliktbeilegung
  • Anwendungsfelder

Ablauf und Rahmenbedingungen der Mediation

  • Die fünf Phasen im Einzelnen
  • Einzelgespräche, Co-Mediation
  • Teammediation, Shuttlemediation
  • Einbeziehung Dritter
  • Vor- und Nachbereitung und Dokumentation/Protokollführung

Gesprächsführung und Kommunikationstechniken

  • Grundlagen der Kommunikation
  • Techniken der Kommunikation (aktives Zuhören, Fragetechniken, Reframing u.a.)
  • Techniken zur Entwicklung und Bewertung von Lösungen (Brainstorming, Mindmapping, sonstige Kreativitätstechniken)
  • Visualisierung und Moderation
  • Umgang mit schwierigen und eskalierenden Situationen, Machtungleichgewichte
  • Gewaltfreie Kommunikation (Marshall Rosenberg) 

Systemisches Denken und Handeln

  • Philosophie und Menschenbild
  • Neutralität und Allparteilichkeit
  • Methodenüberblick
  • Mustertheorie
  • Aktualkonflikte und Konfliktmuster
  • Paradoxe Interventionen in Konfliktmuster 
  • Konflikt als soziales System
  • Konfliktdynamiken und Eskalationsstufen
  • Konfliktverhalten
  • Konfliktprävention und Intervention

Systemische Krisenintervention

  • Definition „Krise“ und „Krisenintervention“
  • Krisenklassifikation
  • Krisenmanagement während der Beratung
  • Die „Rolle der Lösung“ im systemischen Kontext
  • Visualisierungstechniken in der Konfliktberatung
  • Erkennen von Konfliktdynamiken

Auftragskontexte der Mediation

  • Familienmediation
  • Nachbarschaftsstreitigkeiten
  • Mediation in Teams
  • Mediation in Schule

Persönliche Kompetenz

  • Die eigene Rolle in der Mediation
  • Rollenkonflikte
  • Die innere Haltung des Mediators, Selbstverständnis
  • Allparteilichkeit, Neutralität und professionelle Distanz zu Medianden sowie Konflikt
  • Macht und Fairness
  • Umgang mit den eigenen Gefühlen
  • Selbstreflexion und Achtsamkeit

Gesamt-Volumen:

161 Zeitstunden Gesamtvolumen
(120 Zeitstunden Präsenzveranstaltungen, 20 Zeitstunden Peergroup, 20 Zeitstunden Literaturarbeit und Protokollführung, 1 Einzelfallsupervision)

Um als zertifizierter Mediator anerkannt zu werden, ist nach dem 1.9.2017 ein mindestens 120-stündiger Präsenzlehrgang sowie eine Einzelsupervision nötig. Diese muss spätestens innerhalb eines Jahres nach dem letzten Tag der Ausbildung erfolgen. In der Supervision wird ein Mediationsfall der/des angehenden zertifizierten Mediatorin/Mediators supervidiert. Erst nach erfolgter Supervision kann die Bescheinigung zum zertifizierten Mediator vom Weiterbildungsinstitut ausgestellt werden.

Weiterbildungsprotokoll

Zertifikate / Bescheinigungen:

Nach der Teilnahme an sechs Modulen, dem Nachweis der aktiven Mitarbeit in einer Peergroup und der Teilnahme an der Einzelfallsupervision erhalten die Absolventinnen und Absolventen ein Zertifikat des ausbildenden Weiterbildungsinstituts, welches den Anforderungen der Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren (ZMediatAusbV) entspricht.
Um sich nach der Verordnung dauerhaft als zertifizierter Mediator bezeichnen zu können, müssen die Absolventen innerhalb von zwei Jahren nach Ausbildungsabschluss an mindestens vier Einzelsupervisionen im Anschluss an eine Mediation teilnehmen (§ 4 ZMediatAusbV) und regelmäßig innerhalb von vier Jahren jeweils 40 Fortbildungsstunden besuchen (§ 3 ZMediatAusbV).

Das Zertifikat des ausbildenden Weiterbildungsinstituts berechtigt ebenfalls zum Erwerb des DGSYM-Zertifikats. Die DGSYM (Deutsche Gesellschaft für systemische Mediation e.V.) vergibt ihr Zertifikat nach eigenen Kriterien.

Termine Kurs 2017/2018

26.05.- 28.05.2017
21.07.- 23.07.2017
06.10.- 08.10.2017
15.12.- 17.12.2017
16.02.- 18.02. 2018
20.04.- 22.04. 2018 

Termine Kurs 2018/2019

06.07.- 08.07.2018
21.09.- 25.09.2018
14.12.- 16.12.2018
15.02.- 17.02.2019
12.04.- 14.04.2019
24.05.- 26.05.2019

 

Einzelsupervisionstermine (Kurs 2016/2017)

Sonntag, 10.09.2017
Samstag, 02.12.2017

Tagesplan:

Freitag: 17:00 h - 21:00 h
Samstag: 09:00 h - 18:00 h (1 Stunde Mittagspause)
Sonntag: 09:00 h - 16:00 h (1 Stunde Mittagspause)

Kosten je Kurs

Präsenzfortbildung inkl. einer Einzelfallsupervision

bei Zahlung en bloc € 1.750
bei Zahlung pro Modul € 1810 (6 x € 285 + 1 x € 100)
bei Zahlung in monatlichen Raten € 1904 (14 x € 136,00) 

Die Weiterbildungen des Instituts sind als berufliche Bildungsmaßnahmen anerkannt (Regierungspräsidium Freiburg AZ 22-6002/2) und damit von Mwst. befreit.


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Internet: www.systemiker.de

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