Weiterbildung Mediation & Konfliktberatung

Neuer Kurs ab Mai 2016
 
Leitung: Robert Haas, Sonja Saad, Dieter Salomon
 
DGSYM - Zertifikat

Zielgruppe

Die Weiterbildung richtet sich an Personen,

  • die in Institutionen, Organisationen, Betrieben und Verwaltung für das Management von Konflikten zuständig sind
  • die in sozialen, pädagogischen, beratenden, juristischen Berufsfeldern tätig sind
  • die als MultiplikatorInnen in der Kinder- und Jugendarbeit oder in der Erwachsenenbildung arbeiten
  • die beruflich Teamleitungs- und Personalführungsaufgaben erfüllen
  • die sich in der Betriebs- oder Personalratsarbeit bzw. in Mitarbeitervertretungen engagieren
  • die sich im Bereich "Mediation und Konfliktmanagement" qualifizieren und diese Kompetenzen freiberuflich/nebenberuflich nutzen wollen.

Ziel der Weiterbildung

Die Teilnehmenden der Weiterbildung sollen lernen, Konflikt-Systeme professionell systemisch zu beraten. Die Professionalität kommt dabei nicht allein im fachlichen Know-how zum Ausdruck sondern auch und besonders in der Fähigkeit der Reflexion des eigenen Handelns und der eigenen Beratungskompetenz.

Die Teilnehmenden sollen bereit sein, den Umgang mit (qualitativ wie quantitativ) komplexen Aufträgen, mit Neutralität und Allparteilichkeit, Wertschätzung und Würdigung, Macht, Kritik, Beziehungs- und Koalitionsangeboten zu trainieren.

Die Teilnehmenden sollen lernen, die Unterschiede zwischen Aktualkonflikten und Konfliktmustern zu erkennen und entsprechende Interventionskriterien folgen zu lassen.

Procedere:

Unsere Weiterbildung "systemische Mediation" hat den Anspruch, die angehenden Mediatorinnen und Mediatoren optimal auf ihre späteren Tätigkeiten vorzubereiten. Dieser Anspruch soll sich (auch) im Weiterbildungsprocedere bemerkbar machen. Gäbe es "Pisa-Studien" für berufliche Weiterbildungsangebote, würden phasenorientierte und linear aufgebaute „Vermittlungsprogramme“ sicher die letzten Plätze belegen.

Das hier vorgestellte Weiterbildungsprogramm "Mediation" ist nicht (wie die Programme "Beratung" und "Coaching") "zirkulär" aufgebaut. Anfang und Beginn sind festgelegt. Der Einstieg ist nur zum Kursbeginn möglich. Anders als bei den zirkulär aufgebauten Programmen ist das Schnuppern in "Mediation" nicht möglich.

Die systemische Beratung ist ein "Kunsthandwerk", das nicht über Informationsvermittlung erlernt werden kann, sondern das sich im Trainieren und Üben entfaltet. Das Lernen gestaltet sich über Forschen, Entdecken, Üben, Ausprobieren (Übungen zur Praxis).

Inhalte:

Modul 1: Konflikte im systemischen Kontext

Inhalte

  • Konfliktbegriff, Formen von Konflikten
  • Neutralität und Allparteilichkeit
  • Konfliktverfahren im Überblick
    (Harvard-Modell, Schlichtung, Schiedsgericht, etc.)
  • Auftragsklärung  – Inhalt und Grenzen
  • Methodenüberblick: "systemische" Fragen, Bindung herstellen
  • Jur. Baustein: Recht der Beratung,
    ZPO und Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit im Überblick
  • Literaturscreening, Füllen des Methodenkoffers, methodische Übungen
    Supervisionsanfragen

Unterrichtseinheiten

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Modul 2: Systemisches Denken in der Mediation 

Inhalte

  • Stufen der Mediation, Ablauf des Verfahrens
  • Ziele und Strategien
    Wettstreit - Kooperation - Kompromiss - Anpassung - Vermeidung
  • Evaluierung von Konfliktlösungsmodellen
  • Settings im Konfliktmanagement – Gestaltung und Zeitmanagement
  • Methodenüberblick: paradoxe Aufträge, Tetralemma
  • Jur. Baustein: Vertragsrecht
  • Literaturscreening, Füllen des Methodenkoffers, methodische Übungen
    Supervisionsanfragen

Unterrichtseinheiten

30

Modul 3: Familien- und Paarkonflikte 

Inhalte

  • Konfliktverhalten - Konfliktmuster - Transaktionsanalyse
  • Umgang mit Macht im Konflikt - Drama-Dreieck
  • Ansprüche, Bedürfnisse, Ressourcen,  Visionen
  • Umgang mit Mangelsituationen
  • Methodenüberblick:
    Hausaufgaben und Verschreibungen
  • Jur. Baustein: Familien- und Scheidungsrecht
  • Literaturscreening, Füllen des Methodenkoffers, methodische Übungen
    Supervisionsanfragen

Unterrichtseinheiten

30

Modul 4: Teamkonflikte / Arbeitskonflikte

Inhalte

  • Denkmuster, Verhaltensroutinen, Strukturen
  • Aktualkonflikte und Konfliktmuster - Visualisierungstechniken
  • Intervention in Gruppen- und Teamprozesse
  • Methodenüberblick:
    Mustermanagement, paradoxe Interventionen, Aufstellungsarbeit
  • Jur. Baustein: Arbeitsrecht
  • Literaturscreening, Füllen des Methodenkoffers, methodische Übungen
    Supervisionsanfragen

Unterrichtseinheiten

30

Modul 5: Wirtschaftskonflikte 

Inhalte

  • Konfliktanalyse - Evaluierungsverfahren
  • Settings und Methoden
  • Konflikt als Ressource – Aufträge mit Ergebnisorientierung
  • Methodenüberblick:
    explizite und implizite Interventionen, Visualisierungstechniken
  • Juristischer Baustein: Wirtschaftsrecht
  • Literaturscreening, Füllen des Methodenkoffers, methodische Übungen
    Supervisionsanfragen

Unterrichtseinheiten

30

Modul 6: Systemische Krisenintervention

Inhalte

  • Definition „Krise“ und „Krisenintervention, Krisenklassifikation
  • Krisenmanagement während der Beratung
  • Methodenüberblick:
    Ressourcenaktivierung, Aufmerksamkeitsfokussierung
  • Jur. Baustein: Abschlussvereinbarung,
    insbes. präventive Gestaltung von Dauerschuldverhältnissen
  • Literaturscreening, Füllen des Methodenkoffers, methodische Übungen
    Supervisionsanfragen

Unterrichtseinheiten

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 Kursbegleitung in Eigenverantwortung:   

Inhalte

Einheiten

  • Literaturstudium in Eigenverantwortung
  • Dokumentation
  • kollegiale Intervision (Peergruppe)
  • dokumentierte Fallarbeit 1
  • dokumentierte Fallarbeit 2

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Weiterbildungsprotokoll

Während der Weiterbildung führen die Teilnehmenden ein persönliches Weiterbildungsprotokoll (Voraussetzung der Zertifizierung). Das Protokoll dokumentiert die wesentlichen Inhalte der Weiterbildung und die in eigener Verantwortung durch geführten Studien und Übungen.

Abschlusskolloquium zur Zertifizierung

Ablauf

 

  • Fachvortrag
  • Fachgespräch
  • kollegiale Intervision (Großgruppe)
  • Übergabe der Zertifikate

 

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Umfang der Ausbildung

Ausbildungsmodule: (6 x 30 Einheiten =) 180 Einheiten
Literaturstudium: 50 Einheiten
Dokumentation: 30 Einheiten
Peergruppe: 30 Einheiten
dokumentierte Fallarbeit: (2 x 20 Einheiten =) 40 Einheiten
Abschlusskolloqium 10 Einheiten
Gesamtvolumen 340 Einheiten 255 Zeitstunden

Zertifikate / Bescheinigungen

Nach der Teilnahme an allen Modulen der Ausbildung, dem Nachweis der aktiven Mitarbeit in einer Peergroup und der ordnungsgemäß geführten Dokumentationsmappe (nach Prüfung) erhalten die Absolventinnen und Absolventen ein Zertifikat des ausbildenden Weiterbildungsinstituts. Das Zertifikat des ausbildenden Weiterbildungsinstituts berechtigt zum Erwerb des DGSYM-Zertifikats "Mediator/in". Die DGSYM (Deutsche Gesellschaft für systemische Mediation e.V.) vergibt ihr Zertifikat nach eigenen Kriterien.

Zulassung nach dem Mediationsgesetz

Die Ausbildung erfüllt die Anforderungen nach § 5 MediationsG und berechtigt die Absolventen, die Berufsbezeichnung "zu führen. Je nach den länderspezifischen Anforderungen kann auch die Zulassung als "Zertifizierte/r Mediator/Mediatorin" beantragt werden. 

Kosten

1600,-- Euro (Mwst. entfällt)

(monatliche Zahlungen möglich)

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